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WISSENSCHAFTS
GESCHICHTE

Prof. Ernst Peter
Fischer

zum Thema
"
Wie kommt der Wein an die Wahrheit der Wissenschaft?"

am 24.04.2008
um 19:00 Uhr
Weinbar Caveau
Südstr. 70
Lüdenscheid

Vorbilder des Wissenschaftscafés

Am Anfang stand ein Zeitungsartikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Mitte 2004 stellte sie das Konzept des Wissenschaftscafés vor und forderte einen deutschen Ableger.

Rasch stellte sich heraus daß die Betreiber von "Cafés Scientifiques", so die international gebräuchlichste Bezeichnung, in einem internetbasierten Netzwerk gut organisiert sind. Man ist sehr interessiert an einer Verbreitung der Idee, neue Organisatoren erhalten wertvolle Tips und Hilfestellungen, Artikel wie "How to start a Science Café" in The Scientist sind Teil des Programms.

Die Vorteile eines solchen Netzwerks liegen auf der Hand: Erfahrungen mit Veranstaltungsorten oder Problemthemen können ebenso ausgetauscht werden wie Referenten. Letzteres ein Vorteil, den wir bislang leider kaum nutzen können. Denn obwohl das Konzept des Café Scientifique bei einzelnen, einmaligen Veranstaltungen wie Science Festivals aufgegriffen wurde, sind wir bislang die einzigen deutschen Ausrichter einer Veranstaltungsreihe.

Die erste Veranstaltung dieser Reihe war Anfang 2005 beschlossene Sache. Anfängliche Zweifel, ob das Konzept in Deutschland erfolgreich umgesetzt werden kann, waren schnell zerstreut. Ein großer Dank geht hier auch an die ersten Referenten, die die Idee, wissenschaftliche Themen in gemütlicher Atmosphäre zu diskutieren, faszinierend fanden.

Pressestimme

Café-Debatten

Was haben Johann Wolfgang von Goethe, Schopenhauer, Elias Canetti, Jean Paul Sartre und Simone de Beauvoir gemeinsam? Richtig. Sie alle waren eifrige Cafébesucher. Lokalitäten wie das Café de Flore am Boulevard Saint Germain in Paris, das Caffè Grecco in der Via dei Condotti in Rom oder das Café Museum in Wien zeugen von ihren berühmten Besuchern. Kaffeehäuser sind zwar immer noch Treffpunkte für Müßiggänger, Literaten sowie Künstler aller Art, auch für jene, die gerne das Leben an sich studieren. Aber nur noch selten erblicken an diesen Orten Gedichte, Romane, philosophische Schriften, geschweige denn revolutionäre Ideen das Licht der Welt. Doch es scheint, als könnten viele Kaffeehäuser ihren alten Glanz wiedererlangen – und das dank engagierter Bürger und moderner naturwissenschaftlicher Themen. Wissenschaftscafés nennen die Veranstalter ihre allabendlichen „Events“, in denen vielerorts in kleiner oder großer Runde über aktuelle Erkenntnisse aus Physik, Chemie, Biologie oder Medizin diskutiert wird. Teilnehmen kann jeder. Eintrittsgeld wird keines erhoben, und die Kosten etwa für Experten, die das Thema vor der Diskussion kurz vorstellen, werden von öffentlichen Spenden getragen. 1997 in Frankreich von Physikern ins Leben gerufen, kann man Wissenschaftscafés mittlerweile in elf verschiedenen Ländern antreffen – darunter in England, in Japan und sogar in Argentinien. Nur in Deutschland sucht man noch vergebens. Dabei würden sie hierzulande auch gewiß auf großes Interesse stoßen, schließlich sind Grüne Gentechnik, Klonierung, Stammzellen und Nanotechnik in aller Munde. Und was kann anregender sein, als während einer hitzigen Diskussion genüsslich einen Cappuccino, einen Rotwein oder ein kühles Bier zu genießen?

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 02. Juni 2004