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Ernst Peter Fischer
Stefan H. E. Kaufmann
Dietmar Borchert
Oliver Türk
Friedemann Schrenk
Peter Spork
Metin Tolan
Albrecht Beutelspacher
Christian Hamm
Rudolf Kippenhahn

WISSENSCHAFTS
GESCHICHTE

Prof. Ernst Peter
Fischer

zum Thema
"
Wie kommt der Wein an die Wahrheit der Wissenschaft?"

am 24.04.2008
um 19:00 Uhr
Weinbar Caveau
Südstr. 70
Lüdenscheid

Bisherige Themen im Wissenschaftscafé

  1. 01.07.2005: "Riechen und Schmecken" mit Prof. H. Hatt
  2. 30.09.2005: "Albert Einstein: Raumideen" mit Prof. R. Kippenhahn
  3. 03.02.2006: "Kieselalgen: Biologie und Bezug zur Technik" mit Dr. C. Hamm
  4. 12.05.2006: "Bncdr tmc Udqrbgktdrrdktmfdm" mit Prof. A. Beutelspacher

01.07.2005

Riechen und Schmecken

mit Prof. H. Hatt

Das erste Wissenschaftscafé begann im Caveau der Weinhandlung Eichelhardt mit einer Weinprobe. Vier Rotweine wurden von Thomas Beger vorgestellt und vom Publikum verkostet. Nach dieser Sensibilisierung der Sinne führte Prof. Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum in das Thema „Riechen und Schmecken“ ein. Er erläuterte die vielfältige Rolle des Geruchssinns im Alltag. Mit unserer Nase können wir Nahrungsmittel riechen, Rauch und einige Chemikalien erkennen, und der Körpergeruch anderer beeinflusst Sympathie oder Antipathie.

Dies ist noch bedeutender bei Tieren, deren Pheromone eine essentielle Rolle beim Sexualverhalten spielen. Bei Säuen löst das Schweine-Pheromon Androstenon eine so genannte Duldungsstarre aus. Dies wird bei der künstlichen Befruchtung genutzt, indem man Androstenon aus der Sprühdose einsetzt und anschließend die Besamung vornimmt.

Studien mit schlafenden Menschen haben gezeigt, dass Gerüche physiologische Parameter wie die Herzfrequenz beeinflussen können, ebenso die Trauminhalte. So bewirkt z. B. Skatol, ein nach Exkrementen stinkender Stoff, eine geringere Traumqualität als Orangenduft. Hingegen unterscheiden sich der menschliche Körpergeruch und Orangenduft nicht hinsichtlich der Traumqualität.

Hatt erklärte, dass die chemischen Sinne wie andere Sinne auch Mechanismen der Modulation und Adaptation unterliegen. Kürzlich entdeckte er einen Geruchsrezeptor, der spezifisch für Bourgeonal ist, welches nach Maiglöckchen riecht. Dieser Rezeptor kann durch einen anderen Stoff, Undecanal, blockiert  werden. Überraschenderweise fand Hatt diesen Rezeptor nicht nur in der Riechschleimhaut, sondern auch in menschlichen Spermien. Geht man hier einen chemischen Orientierungssinn der Spermien aus, ließe sich Undecanal als gutes Mittel zur Empfängnisverhütung einsetzen.

Die sehr lebendige Diskussion drehte sich hauptsächlich um die künstliche Beduftung von Verkaufsräumen, um das Konsumverhalten zu manipulieren. Ein anderes Thema waren künstliche Aromen in Nahrungsmitteln bzw. Parfums in Kosmetika sowie deren Einfluss auf Kinder. Aufgrund der Gewöhnung daran komme es heutzutage vor, dass Kinder solche Lebensmittel denen, die unbehandelt sind, vorziehen. Hatt empfahl vor diesem Hintergrund ein gezieltes Training der chemischen Sinne bereits im Kindergarten.

Zurück zu der Weinprobe: der erste Rotwein war ein gefärbter Weißer, während die Rotweine 2 und 4 identisch waren. Wie andere Sinne lassen sich auch Geruch und Geschmack täuschen.